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Geschichte


Schmiedeberg wurde erstmals 1319 in einer Urkunde durch den Markgrafen Woldemar erwähnt.

Bereits vor der ersten Erwähnung wurde im 13. Jahrhundert auf einer Anhöhe in der Ortsmitte eine Feldsteinkirche erbaut, die in früher Zeit einen Fachwerkturm mit einer Glocke (13./14. Jh.) hatte.

Der Ort war von 1338 bis etwa 1375 dem Nonnenkloster der Zisterzienserinnen in Boitzenburg lehns- und dienstpflichtig, bis eine Linie der weit verzweigten Adelsfamilie derer von "Gryffenburg" die Herrschaft über das Dorf antrat, die es über 300 Jahre bis etwa 1692 innehatte.

1686 siedelten einige Bauernfamilien als Glaubensflüchtige (Hugenotten) aus Frankreich in Schmiedeberg. Die Familiennamen Mante, Reubert-Röwert und Prollius sind Zeugnisse dieses Ursprungs.

Ende des 17. Jahrhunderts, nach dem Dreißigjährigen Krieg, wechselte die Gutsherrschaft zwischen den von Biesenbrow, von Bredow, von Falkenberg und von Ahlimb, bis 1698 die Familie von der Hagen in die Rechte und Pflichten als Eigentümer eintraten. (Die Generationen dieser Familie besaßen bis 1945 das Schloss und Gut.)
1734 hatte Schmiedeberg bereits wieder 162 Einwohner.





Aus der Adelsfamilie war Friedrich Heinrich von der Hagen, der am 19. Februar 1780 in Schmiedeberg geboren wurde, die bekannteste Persönlichkeit.
Er erwarb besondere Anerkennung als Professor für altdeutsche Sprache und Literatur an der neu gegründeten Universität zu Berlin und als Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Zu seinen Arbeiten gehörten u.a. eine Sammlung deutscher Gedichte und Volkslieder aus dem Mittelalter. Am 11. Juni 1856 verstarb er und wurde auf dem Kirchhof in Schmiedeberg beigesetzt, wo ein schlichtes Eisenkreuz an ihn erinnert.

Bei der Landerfassung von 1882 hatte die Gemarkung Schmiedeberg eine Größe von 4579 preußischen Morgen, wovon Bauern und der Kirchengemeinde 856 Morgen gehörten.
Joachim Otto von der Hagen (1860 - 1942) hat 1919 als Kustos des Kulturhistorischen Museums Prenzlau fast das gesamte Dorf fotografisch und zeichnerisch in der Schmiedeberger Bilderchronik festgehalten. Texte mit Bildern von Zeugnissen frühgeschichtlicher Besiedlung, über Gebäude, Gebrauchsgegenstände, Werkzeuge, Kleidung bzw. Trachten etc. - belegen mit einer einzigartigen Präzision des dörfliche Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts. 1932 errichtet er in Schmiedeberg ein archäologisches und völkerkundliches Museum in einem eigens dafür erbauten Blockhaus.

1945 wurde der Grundbesitz des Adelsgeschlechts von der von Hagen enteignet und der Besitz an Landarbeiter und Umsiedler aufgeteilt (Bodenreform!).
1946 wuchs durch die Aufnahme von Heimatvertriebenen die Zahl der Einwohner auf 360.

1955 kam es zum Zusammenschluss der Bauern zur Genossenschaft (LPG).

1990 Privatisierung der Landwirtschaft.

1994 feierten die Schmiedeberger das 675-jährige Ortsjubiläum.

In der Zeit nach der Wiedervereinigung veränderte sich das Ortsbild:
1998 wurde die Wilmersdorfer Straße instand gesetz, die Straßenbeleuchtung erweitert und ein Elektroanschluss für die Trauerhalle geschaffen.
2001 entstand die Zuwegung zum Kaulsee und das Feuerwehrgerätehaus wurde ausgebaut. Im gleichen Jahr konnte in Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Bodenverband "Welse" die Entschlammung des Dorfsees abgeschlossen werden.

2001 entschied sich der Ort gegen eine Eingemeindung nach Gramzow und ist seit 2003 Ortsteil von Angermünde.